Erfahrungen und der Umgang mit psychischen Erkrankungen

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Wer kennt das nicht. Gerade noch glücklich und zufrieden und plötzlich gibt es ein Problem mit unserem Körper. Eine einfache Erkältung, eine Magenverstimmung, oder eine Verletzung an einem Gelenk und schon leben wir mit einer Einschränkung. Das Fieber zwingt uns in die Knie und so sehr wir uns auch bemühen, es geht einfach nicht, die übliche Leistung zu bringen. Dem Bus nachzulaufen ist normalerweise überhaupt kein Problem. Mit einem verstauchten Knöchel wird es aber zu einer unlösbaren Aufgabe. Egal, wie sehr wir wollen und wie sehr wir uns bemühen, ist mit unserem Körper etwas nicht in Ordnung, dann haben wir Probleme mit Dingen, die für gesunde Menschen ganz einfach sind. Verliert man sein Augenlicht, dann kann man nicht mehr sehen und ist man, etwa nach einem Schlaganfall, teilweise gelähmt, dann kann man einen Teil des Körpers einfach nicht kontrollieren.

Ist ja auch völlig klar. Es gibt nun mal Nervenbahnen, Muskeln, Sehnen, Entzündungen und Viren, die eine einfache Erklärung für das Problem liefern. Mehr noch, die Medizin kann das Problem auch direkt behandeln. Ist eine Sehne gerissen, wird sie zusammengenäht. Bricht ein Knochen, wird er eingerenkt und ruhiggestellt. Bakterien bekämpft man mit Antibiotika und die Viren kann man oft mit einem Impfstoff bekämpfen. Darüber lernt man auch einiges in der Schule. Aktiver und passiver Bewegungsapparat, Immunsystem, Blutkreislauf und das Nervensystem stehen auf dem Lehrplan. Genauso wie das Prinzip des Ottomotors versteht man auch, was im Körper abläuft. Niemand wird verständnislos sein, wenn es um ein körperliches Gebrechen geht. Man kann mit verletzter Schulter den Arm nun mal nicht heben. Logisch und nachvollziehbar. Jeder hat sich schon mal verletzt und versteht, dass das zu Einschräkungen führt.

Was aber, wenn die Ursache eines Problems nicht greifbar ist? Angenommen man kann plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, keinen Schritt mehr vor die Türe setzen? Was wenn das Telefon uns Angst macht, oder wir plötzlich völlig grundlos Panik bekommen? Kalter Schweiß bricht aus und der Blick schweift hilfesuchend herum. Dabei gibt es absolut keinen Grund dafür. Psychische Probleme treten einfach so auf. Physisch ist es absolut kein Problem aus dem Haus zu gehen und in den Bus zu steigen. Die Psyche kann es allerdings verhindern. So wie der Blinde nicht sehen kann und der Querschnittsgelähmte seine Beine nicht kontrollieren kann, kann der psychisch Kranke manche Dinge einfach nicht tun. Die Schwierigkeit dabei ist, dass sich die Ursache weder leicht finden, noch leicht beheben lässt. Schlimm genug, dass man an etwas leidet, was man vielleicht selbst nicht versteht, nicht nachvollziehen kann und auch nicht beeinflussen kann. Zusätzlich können andere das Problem auch nicht nachvollziehen. Hatte man noch nie eine ähnliche Einschränkung fällt es schwer zu akzeptieren, dass man nicht einfach etwas daran ändern kann.

Wir sind es gewöhnt, selbst über uns und unsere Handlungen zu bestimmen. Es wird oft als Schwäche ausgelegt, wenn man die Selbstbestimmung verliert. Psychische Erkrankungen bedeuten eine Einschränkung, die für andere nicht nachvollziehbar ist. Dabei gibt es für alle von uns Dinge, die wir nicht können, obwohl andere es problemlos machen. Felix Baumgartner ist 2012 aus 40km Höhe mit einem Fallschirm gesprungen. Er ist dabei mit 1.357,6 km/h auf die Erde zugerast. Wahrscheinlich wird er es nicht nachvollziehen können, wenn man ein Problem damit hat, vom 10 Meter Turm zu springen. Unsere Psyche kann in bestimmten Situationen die Kontrolle übernehmen und unser Handeln sehr effizient beeinflussen. Wer schon einmal einer freilaufenden Schlange begegnet ist, oder Gelegenheit hatte, eine anzufassen, wird wissen, wie schwer es sein kann, das zu tun, was man eigentlich gerne tun würde. Schlimmer wird es, wenn man sich vorstellt, an der offenen Tür eines Flugzeugs, oder mit dem Bungeeseil um die Knöchel auf einem schmalen Brett zu stehen.

Psychische Erkrankungen sind, obwohl sie sehr häufig sind, ein Tabu-Thema. Umso mehr sind Marco und seine Website ein Ausnahme. Er erlitt 2016 ein Burnout und hat einen Weg gefunden, der ihm geholfen hat. Offen bloggt er über seine Erfahrungen und seinen Weg aus dem Burnout. Er behandelt verschiedene Themen und liefert für Betroffene Informationen und Erfahrungen aus erster Hand. Eine Ernährungsumstellung und Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit haben ihm dabei genauso geholfen, wie einfühlsame Ärzte und stationäre Behandlung. Jetzt ruft er zu einer Blogparade auf. Das Thema ist weit gefasst und dreht sich um die persönlichen Erfahrungen mit psychischen Erkranken. Das schließt sowohl diejenigen mit ein, die selbst schon einmal eine Krise erlebt haben, oder in einer Krise stecken, als auch all jene, die jemanden kennen. Sei es ein Kollege, der plötzlich seine Arbeit nicht mehr machen konnte, ein Verwandter, oder einfach jemand, den man flüchtig kennt.

Unser Umgang mit psychischen Erkrankungen ist meist nicht offen und geprägt von Unverständnis. Sicherlich ist jeder von uns schon einmal mit psychischen Problemen in Berührung gekommen. Marcos Blogparade bietet Gelegenheit, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen und über seine Erfahrungen zu schreiben.

Alle Details zur Blogparade findest Du unter Erfahrungen und der Umgang mit psychischen Erkrankungen

Diese Blogparade läuft bis 30.11.2019.

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