Die Frage, ob etwas gut oder schlecht ist, wirkt harmlos, beinahe naiv, und entfaltet doch eine enorme Macht über unser Denken. Sie strukturiert Gespräche, Schlagzeilen, politische Debatten und Alltagsentscheidungen. Kaum ein Thema entkommt dieser binären Logik. Digitalisierung gilt entweder als Fortschritt oder als Bedrohung, soziale Medien als Chance oder als Gefahr, wirtschaftliches Wachstum als Motor oder als Problem. Diese Einteilung suggeriert Orientierung. Sie vermittelt das Gefühl, die Welt sei überschaubar, analysierbar, kontrollierbar. Doch diese Klarheit ist oft eine Konstruktion, eine kognitive Vereinfachung, die Komplexität nicht löst, sondern verdeckt. Kontext entscheidet darüber, ob eine Bewertung trägt oder in die Irre führt.
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