Corona, Feminismus und Gleichberechtigung

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Corona steht für eine ganze Reihe an Dingen. Ein Virus, der die Welt bedroht und mittlerweile unglaublichen 660.000 Menschen das Leben gekostet hat. Hinter dem Wort stehen aber noch ganz andere Dinge. Eine Reaktion, die niemand für möglich gehalten hatte. Zuerst wurde in China die Stop-Taste gedrückt. Wir Europäer haben noch staunend zugesehen und uns gedacht, dass das nur in China funktioniert. Wenig später hat es uns dann kalt erwischt und auch bei uns hat die Politik alles auf das notwendigste reduziert. Ein Lockdown, der eigentlich undenkbar war. Aber was hat das mit Gleichberechtigung und Feminismus zu tun?

Dazu muss man sich vor Augen halten, was in den Schulen passiert ist. Fast von einem Tag auf den anderen wurden alle Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen geschlossen. Kleinkinder konnten also nicht mehr abgegeben werden und auch die größeren brauchten Betreuung. Bei den schulpflichtigen Kindern kommt noch eine Komponente hinzu. Statt die Schulen einfach ersatzlos zuzusperren und zu akzeptieren, dass schulische Bildung ohne geöffnete Schulen nicht möglich ist, hat man sich entschlossen fröhlich weiterzuunterrichten. Lehrer haben sich in teilweise chaotischer Art und Weise Wege gesucht um die Kinder zu erreichen.

Digitale Kompetenz war nicht nur gefragt, sondern gefordert. Manche Lehrer liefen zur Höchstform auf. Meist allerdings nicht bei der Unterstützung der Kinder, sondern darin, sich möglichst umfangreiche und komplexe Aufgaben, die in möglichst kurzer Zeit absolviert werden mussten, auszudenken. Ein wenig hat es gewirkt, als nutzten manche Lehrer die Chance einmal eindrucksvoll zu demonstrieren, welches unmenschliche Arbeitspensum sie Tag für Tag bewältigen. Daheim hatte das massive Auswirkungen. Kleinen Kindern war langweilig. Sie mussten unterhalten und komplett versorgt werden. Schulkinder stellten die Familien vor drei Herausforderungen.

Erstens mussten auch sie versorgt werden. Kinder, die sonst ganztags in der Schule waren, saßen plötzlich den ganzen Tag daheim. Zweitens musste der Unterricht elektronisch erledigt werden. Ein Bildschirmarbeitsplatz pro Schulkind war dafür notwendig. Bei größeren Familien mitunter ein Problem, aber auch bei Einzelkindern mitunter ein Problem. Drittens bliebt ein Großteil des Frontalunterrichts aus. Eltern mussten einspringen und sich mit den Kindern durch Berge an Übungsmaterial kämpfen. Und hier spannt sich der Bogen zur Gleichberechtigung.

Eltern, also Väter und Mütter standen beruflich während Corona vor einer Herausforderung. Klar wurden da und dort Läden geschlossen und Läger gesperrt. Damit waren viele Arbeitnehmer den ganzen Tag daheim und hatten durchaus die Zeit, sich adäquat um die Kinder zu kümmern. Andere mussten aber weiterarbeiten. Erstaunlich viele hatten ein größeres Arbeitspensum zu bewältigen als sonst. Zusätzlich waren die Arbeitsbedingungen erschwert. Klassische Bürojobs wurden komplett auf Links gedreht. Abläufe wurden komplett verändert und alles, was undenkbar schien war auf einmal möglich.

Damit entstehen aber ein paar Spannungsfelder. Eltern unter Volllast und unbetreute Kinder sorgen für einen Ressourcenengpass. Haben Vater und Mutter einen Vollzeitjob, was heute durchaus üblich ist, dann muss einer, oder besser gesagt eine der beiden sich um de Kinderbetreuung kümmern. Arbeitgeber zeigten sich verständnisvoll, aber verantwortungssvolle Stellen lassen sich nicht so ohne weiteres für ein paar Tage auf Eis legen. Also muss man irgendwann auch mal Mails lesen und beantworten und tun, was sonst keiner tun kann. Wie also reagiert eine Familie in einer solchen Situation? Es gibt zwei Möglichkeiten. Beide teilen sich die Lehr- und Betreuungstätigkeit, oder nur ein Partner übernimmt sie.

Die Praxis zeigt, dass in den meisten Fällen die Betreuung der Kinder Aufgabe der Frau war. Jenni findet die Situation alarmierend. Die angefallene Arbeit mit den Kindern hat dafür gesorgt, dass viele Errungenschaften der Gleichberechtigung wieder rückgängig gemacht wurden. Sie selbst schreibt über unser Kontaktformular folgendes:

Der Mann ist auf der Arbeit, die Frau kümmert sich um Haushalt, Kind und Kegel:

Die unbezahlte Care Arbeit wird schon immer überwiegend von Frauen übernommen – dafür gibt es sogar ein Wort: Gender Care Gap. Durch die Corona-Krise hat sich diese Situation noch einmal deutlich verschärft: viele Frauen haben ihre Arbeitsstunden reduziert oder in die späten Abend- und Nachtstunden verschoben, um tagsüber für ihre Kinder da sein zu können und Home Schooling, Home Kita, Home Haushalt zu übernehmen.

Gegen die fehlende Gleichberechtigung und den Rückschlag des Feminismus muss dringend etwas getan werden, davon bin ich überzeugt! Ich habe für dieses Problem noch keine Lösung, aber ich denke, der Anfang liegt darin, dass man so viel und so laut wie möglich darüber spricht, damit auch die Politik ins Handeln kommt.

Deswegen starte ich eine Blogparade sowie eine Artikelserie zum Thema Corona, Feminismus und Gleichberechtigung. Link zum Artikel in meiner Bio.

Teilnehmen könnt ihr bis zum 15. September. Wer keinen Blog hat, aber trotzdem etwas zu diesem Thema schreiben möchte, kann mir auch gerne seinen Artikel oder seinen Beitrag schicken und ich veröffentliche das als Gastbeitrag.

Jennis Vorstellung ihrer Blogparade

Gleichberechtigung und Feminismus sind ein Thema, zu dem jeder eine Meinung hat. Von der Meinung, dass es eigentlich die Männer sind, die unterdrückt werden über die Leugnung eines Problems und Zustimmung bis zur direkten Betroffenheit ist alles dabei. Also ist sicher, dass auch Du eine Meinung dazu hast. Teil sie mit uns, indem Du einen Beitrag zu dieser Blogparade verfasst!

Alle Details zur Blogparade findest Du unter: Corona, Feminismus und Gleichberechtigung

Diese Blogparade läuft bis 15.09.2020.

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